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Fahrten mit unserer Jugendgruppe

Abgesehen von unseren Freizeiten unternehmen wir natürlich auch Fahrten mit "Bildungsanspruch". Aber bei aller Kultur kommt der Spaß nie zu kurz!

Wochenendfahrt nach Paris

Für eine Gruppe von 12 Jugendlichen haben wir eine Kultur-Fahrt nach Paris angeboten. Wir übernachteten günstig im Foyer le Pont, einer Herberge der evangelischen Kirche und verbrachten zwei Tage mit kulturellen Angeboten: Notre Dame, Bootsfahrt auf der Seine, Besuch des Louvre und vielem mehr.

Die Fahrt hat die Evangelische Landeskirche im Rheinland einem Teil unserer Jugendgruppe geschenkt, die im Jahr zuvor an einer Bildungsfahrt nach Auschwitz teilgenommen hatte.

 

 

 

 

 

Studienfahrt nach Auschwitz

"Der größte Friedhof der Welt"

In der letzten Herbstferienwoche waren zwölf Jugendliche der Furpacher Jugendgruppe zu Gast in der polnischen Stadt Oswiecim (sprich: Oschwijentschim). Durch das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz ist sie zu trauriger Berühmtheit gelangt. Und auf was sich die vierzehn- bis sechzehnjährigen da eingelassen haben, hatte nichts mit einem einfachen und angenehmen Ferienprogramm zu tun.

Sechs Tage waren wir vor Ort im Stammlager und im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Der größte Friedhof der Welt, wie es unser polnischer Studienführer ausdrückte. Mindestens 1,1 Millionen Menschen – mehr als die gesamte Einwohnerzahl des Saarlandes – wurden dort systematisch ermordet. Vieles hat dort bedrückt: die fabrikmäßige Organisation des Massenmordes, die Ausbeutung der Leichen – Haare, Brillen und Zahngold wurden von den Nazis zu Geld gemacht, die sadistische Demütigung der dem Tod geweihten Häftlinge.
Wir haben an zwei Tagen auf dem Gelände gearbeitet. Keine schweren Arbeiten, Laub rechen, aber Gelegenheit, sich abseits des Touristentrubels mit dem auseinander zu setzen, was da vor 65 Jahren passiert ist. Die Jugendlichen reagieren differenziert auf das Erlebte: kein Geschichtsunterricht aus dem Buch, der mit dem Pausengong endet. Abends in den Auswerterunden versucht man zu verstehen, was Menschen dazu gebracht haben kann, so zu handeln – ohne Erfolg. Es ist ganz verschieden, was jeder von uns am bedrückendsten empfindet. Bei manchen ist es die Todesmauer, an der Häftlinge erschossen wurden. Bei anderen der Teich, in den die Mörder die Aschereste der verbrannten Leichen gekippt haben. Noch heute ist das Ufer mit Asche und Knochensplittern bedeckt. Oder die Häftlingsbaracken, in denen die Gefangenen unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten.

In der umfangreichen Bibliothek der Internationalen Begegnungsstätte, in der wir wohnen, findet man Zeitdokumente, auch die Todesbücher, in denen die Namen vieler Ermordeter akribisch von den Nazis aufgelistet wurden. Auch viele Namen aus dem Saarland sind dabei. Henryk Mandelbaum († 2009) , ein polnischer Jude, hat als Gefangener im Sonderkommando arbeiten müssen. Der damals 85-jährige erzählt uns offen, was er erlebt hat. Die Lebensfreude, die er ausstrahlt, ist erstaunlich. Viele Jugendliche kaufen das Buch, das über ihn erschienen ist; für manche das erste Buch, das sie sich in ihrem Leben selbst gekauft haben. Er signiert es gerne und gibt uns mit auf den Weg: „der Mensch ist für den Menschen da, vergesst das nicht!“. Am letzten Tag ziehen wir Resumee, jeder zündet eine Kerze an der Stelle im Stammlager an, die er dafür ausgesucht hat. Abends bitten wir Betreuer die Jugendlichen, doch kurz auf einem Zettel zu notieren, was sie am meisten beeindruckt hat. Und dann sind wir selbst beeindruckt: dass sie alle viele Minuten lang hochkonzentriert ganze Din A4-Seiten voll schreiben. Wenn wir zwischenzeitlich mal gezweifelt haben, ob solche Fahrten für Jugendliche sinnvoll sind, dann wissen wir es danach: die Eindrücke, die ein junger Mensch hier gewinnt, bleiben haften - und sie sind wichtig.
                                              
                                              
Zur Studienfahrt selbst:
Die Fahrt wurde von Ulrike Zuda-Tietjen, Synodalbeauftragte des Kirchenkreises und Mitarbeiterin des Evangelischen Jugendwerks für unsere Jugendgruppe organisiert und gemeinsam mit Oliver Ludwig durchgeführt. Die Teilnehmerzahl war aus pädagogischen Gründen und aufgrund der Härte der Eindrücke auf nur zwölf Jugendliche begrenzt.
Unser Programm:
Montags: Hinflug, Ankunft, Vorstellung der Aktivitäten der Internationalen Begegnungsstätte und der Arbeit der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste
Dienstags: morgens alternative Stadtführung durch Oswiecim, Besichtigung der Rekonstruktion der Synagoge – nachmittags Führung durch das Stammlager Auschwitz I – abends Film über eine saarländische Überlebende – Auswerterunde
Mittwochs: morgens praktische Arbeiten zum Erhalt der Gedenkstätte –  nachmittags Führung durch das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau – abends Auswerterunde
Donnerstags: Besuch der Ausstellung über die Verfolgung der Juden im Stammlager – nachmittags praktische Arbeiten zum Erhalt der Gedenkstätte – abends Film „Schindlers Liste“
Freitags: Fahrt nach Krakau mit Führung durch das ehemalige jüdische Viertel – abends Auswerterunde
Samstags: morgens Gespräch mit dem Zeitzeugen Henryk Mandelbaum – nachmittags Besuch der Ausstellungen im Stammlager und individuelle Gedenkzeit – abends Auswerterunde
Sonntags: Rückflug nach Deutschland

Nachtrag: Henry Mandelbaum ist Anfang des Jahres 2009 im Alter von 86 Jahren verstorben. Wir trauern und sind dankbar für die Eindrücke, die er uns vermittelt hat. Wir wissen, dass mit ihm einer der letzten Zeitzeugen der Grauen von Auschwitz gestorben ist.